Der Chronograph ist eine der faszinierendsten Komplikationen der Uhrmacherkunst und zugleich einer der am häufigsten missverstandenen Begriffe. Wer seine Funktion kennt, blickt mit ganz anderen Augen auf das Zifferblatt einer sportlichen Uhr.
Eine Stoppuhr am Handgelenk
Ein Chronograph ist eine Armbanduhr, die zusätzlich zur normalen Zeitanzeige über eine Stoppfunktion verfügt. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „Zeitschreiber“. Über die seitlich am Gehäuse angebrachten Drücker lässt sich eine kurze Zeitspanne starten, stoppen und auf null zurücksetzen – die Funktion einer Stoppuhr, elegant in die Uhr integriert. Klassisch dient der obere Drücker dem Start und Stopp, der untere dem Nullstellen.
So liest man einen Chronographen
Erkennbar ist ein Chronograph meist an den zusätzlichen kleinen Hilfszifferblättern, den Totalisatoren, auf denen gestoppte Minuten und Stunden abgelesen werden. Der zentrale, große Sekundenzeiger gehört dabei zur Stoppfunktion und steht im Ruhezustand still; die laufende Uhrzeit wird oft über einen separaten kleinen Sekundenzeiger angezeigt. In Verbindung mit einer Tachymeterskala lassen sich aus der gestoppten Zeit sogar Geschwindigkeiten ablesen.
Chronograph ist nicht Chronometer
Besonders wichtig – und oft verwechselt – ist die Abgrenzung zum klanglich ähnlichen Chronometer: Dieser bezeichnet keine Funktion, sondern ein offiziell geprüftes Gütesiegel für besondere Ganggenauigkeit, das eine Uhr nur nach bestandener unabhängiger Prüfung tragen darf. Ein Chronograph kann ein Chronometer sein, muss es aber nicht – und umgekehrt. Es lohnt sich, beim Kauf genau hinzusehen.
Unser Rat aus der Werkstatt
Ob mechanischer Chronograph mit Handaufzug, Automatik oder Quarz – jede Bauart hat ihren Reiz und ihre Eigenheiten in Pflege und Wartung. In unserer OEKE uhrenwelt mit einsehbarem Uhrenatelier erläutern wir Ihnen die Technik gern im Detail, führen Sie durch die Modelle unserer Marken und übernehmen fachgerecht Service und Reparatur.